Change Management – Fluch und Segen

Spezifische Themen

Es gibt wenige Dinge, die so verrufen sind wie „Change-Projekte“. Vielleicht die Bayern in so ziemlich allen anderen Fußballstädten der Republik oder der jeweils andere Verein in einer Stadt wie Hamburg. Und ehrlich gesagt, gibt es auch ziemlich gute Gründe dafür: etwa Dreiviertel aller „Change“-Bemühungen floppen. Und was bei dem übrigen Viertel als Erfolg verbucht wird, sollte im Einzelnen auch lieber noch einmal hinterfragt werden. Gar nicht selten steht am Ende der Neuentwurf von Organigrammen, die nach ewig langen und ausführlichen Bestandsaufnahmen dann im stillen Kämmerlein entwickelt werden – einschließlich der humorlosen bis rechtswidrigen Umdefinition von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Das Resultat ist Betroffenheit statt Beteiligung, innere oder faktische Kündigung statt Engagement.    

Bitte nicht noch mehr Strukturen und große Pläne

Als Reaktion gehen viele Unternehmen noch strukturierter vor und versuchen, durch detaillierte Vorab-Planung bessere Ergebnisse zu erzielen. Doch Change ist nicht linear und damit auch nicht durchplanbar. Best Practices helfen nicht weiter, da jede Organisation ein eigenes komplexes System darstellt und Verallgemeinerungen daher nicht möglich sind. Aber wo ist der Ausweg aus dem Dilemma? Denn alleine schon um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, lohnt sich die Investition in die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens. Darüber hinaus belegen Studien immer wieder, dass Unternehmen mit starken Change-Management-Fähigkeiten den höchsten Return-on-Invest erreichen und jene mit schwachen den geringsten.

Schatzsuche – welcher Weg ist der richtige?

Vergleichbare Entwicklungen haben wir bereits im Innovationsmanagement gesehen – und dort finden wir auch Antworten. Mit seinem 2011 erschienenen Buch „The Lean Startup“ etablierte Eric Ries ein grundlegend neues Prinzip: Statt umfangreicher (Vorab-)Planung ist das unmittelbare Feedback auf eine Hypothese Ausgangspunkt für weitere Ideen und Schritte. Der Build-Measure-Learn-Zyklus und Minimum Viable Product-Entwicklungen haben seither in zahlreichen Unternehmen und Projekten Einzug gehalten und damit agile Vorgehensweisen etabliert. Ein Prinzip, dass sich sehr gut auch auf den Change-Bereich anwenden lässt: teste den Change zu einem möglichst frühen Zeitpunkt mit den Beteiligten, bevor du ihn vollständig ausrollst.

Veränderung durch kontrollierte Experimente

Im Kern geht es bei Lean Change darum, eine Organisation durch Experimente zu verändern. Die Idee ist: Wir machen nicht den Big Bang-Change auf einmal, sondern iterativ, indem wir ihn in Teile zerlegen und diese Teile mit den vom Change Betroffenen vor der Realisierung testen. Im Gegensatz zum klassischen Change-Management findet zum einen keine umfangreiche Vorab-Planung statt, sondern der Change wird mit und von den Betroffenen – die damit zu Beteiligten werden – kleinteilig entwickelt und umgesetzt: Die in einem Change-Schritt gewonnenen Erkenntnisse werden aufgenommen und fließen direkt in den nächsten Schritt ein. Je nach gemessenem Erfolg der vorangegangenen Schritte werden die nächsten Schritte geplant und umgesetzt. Abweichungen im Ergebnis eines Schrittes vom Erwarteten führen so direkt zum Lernen. Die Beteiligten gestalten nicht nur den Change – sowohl im Inhalt als auch im Umfang – sie setzen ihn auch selbst um.

Starten ist einfacher als gedacht

Lean Change ist kein einmaliges Projekt, sondern auf Dauer angelegt: Es ist als Mittel zur kontinuierlichen Verbesserung auf dem Weg zur lernenden Organisation zu verstehen. Es wird ein dauerhafter Prozess zur Veränderung gestartet, der vergleichsweise einfach mit einem Canvas gesteuert werden kann. Wir nennen ihn „Change Cycle“. Er fasst alle wichtigen Punkte einer geplanten Veränderung zusammen und dient so nicht nur dessen Steuerung, sondern ebenso der Kommunikation. Auf allen Ebenen des Unternehmens. Mit dem Change Cycle hier im Anhang möchte ich Ihnen gerne diese sehr praktische Möglichkeit an die Hand geben, die Diskussionen und Veränderungen in Ihrem Unternehmen zu strukturieren und zu starten. Und zwar jetzt gleich.

Per Klick auf den Cycle, erhalten Sie die qualitativ hochwertige PDF-Datei.

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